Die Geschichte des Hanfes

Hanf (Cannabis) zählt zur Gattung der Hanfgewächse (wie z.B. auch Hopfen) und ist eine der ältesten Nutz- und Zierpflanzen der Welt. Seit mindestens 5.000 Jahren werden in China die langen und nahezu unverwüstlichen Fasern des Hanfes zur Herstellung von Textilien und Papier verwendet. Auch damals wusste man die wohlschmeckenden und äußerst nahrhaften Samen des Hanfes als Lebensmittel zu schätzen.

Ebenfalls in der Medizin fand diese vielseitige Pflanze ihren Einsatz. In alten chinesischen Schriften wird zum Beispiel die heilende Wirkung von Hanf bei Rheuma, Malaria und vielen anderen Beschwerden beschrieben. Ursprünglich vermutet man, dass Cannabis aus dem heutigen Kasachstan stammt. Von dort aus nahm diese universell einsetzbare Pflanze ihren Lauf um die ganze Welt.

Bis Hanf in Europa ankam dauerte es nicht lange. Hier wurden im heutigen Litauen zirka 4.500 Jahren alte Hanffasern gefunden. Auch die alten Griechen und Ägypter kleideten sich in Hanf. Neben Flachs und Nessel war Hanf lange Zeit eine der wichtigsten Faserpflanzen Europas. Einige Geschichtsschreiber der griechischen Antike dokumentierten ebenfalls die heilsamen Eigenschaften und die schmerzlindernde Wirkung der Pflanze. Bis in die ‚Moderne‘ wurde Hanf gegen Wehenkrämpfe und nachgeburtliche Schmerzen verwendet.

Dem Hanf sei Dank!
Die Geschichte vom Hanf

Ohne Cannabis wäre die Menschheit heute nicht an dem Punkt, an dem sie ist. Hanf diente nämlich nicht nur als Medizin und Kleidung, sondern wurde auch für die Herstellung von Segeltüchern, Seilen und Garnen verwendet. Durch seine Robustheit und Widerstandsfähigkeit gegenüber Salzwasser, spielte dieser kostbare Rohstoff also auch in der Schifffahrt eine große Rolle.

Hanf war immer ein beliebtes und umkämpftes Handelsgut. So fertigte man obendrein viele mittelalterliche Waffen aus diesem kostbaren Gut. Den Langbogen zum Beispiel nahm seine Widerstandsfähigkeit aus dem Hanf.

Im Mittelalter, ab dem 13. Jahrhundert wurde in Europa die großflächige Produktion von Papier durch die hervorragenden Eigenschaften von Hanf ermöglicht. Die Verwendung von Holz zur Papierherstellung kannte man damals noch nicht. Somit wurde Hanf zum wichtigsten Rohstoff für die Papierproduktion. In Nürnberg entstand 1290 die erste Papiermühle auf deutschem Grund. Gutenbergs berühmte Bibel, sowie die US-amerikanische Unabhängigkeitserklärung wurde auf Hanfpapier gedruckt.

Russland war lange Zeit der größte Exporteur dieses vielseitigen und wertvollen Handelsgutes in Europa. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts verdrängte Baumwolle allerdings Hanf und Leinen (Flachs), als meist verwendete Faserrohstoffe, da sie nun rasch zunehmend und immer günstiger verfügbar wurde und leichter zu verarbeiten war.

Zum einen lag das an der industriellen Revolution und den damit verbundenen Errungenschaften, welche die maschinelle Produktion von Textilien ermöglichten. Zum anderen an der verhängten Kontinentalsperre Napoleons, wodurch zunächst der Anbau von Baumwolle in England und Frankreich an Bedeutung gewann und gleichzeitig der Fernhandel mit der englischen Kolonie Indien deutlich verstärkte wurde. Auch die USA begannen Baumwolle in Massen anzubauen. Der gesamte Welthandel erblühte, die Märkte und Preise, Technologien und Produkte veränderten sich mit zunehmender Geschwindigkeit.

Die Konkurenz wächst!
Hanf vs Baumwolle

Im 20. Jahrhundert kamen vermehrt chemisch hergestellte Kunstfasern hinzu. Polyester löste die Baumwolle 2003 erstmals als meist verwendete Faser ab. Die gesamte Naturwissenschaft Chemie geriet immer mehr in den Mittelpunt der Aufmerksamkeit und veränderte sämtliche Lebensbereiche. Somit etablierte auch die Pharmaindustrie ihre Macht und künstliche Medikamente verdrängten nach und nach die natürlichen Heilkünste. Die pflanzliche Medizin, jahrtausendealtes Wissen geriet zunehmend in Vergessenheit.

In den letzten Jahrzehnten kann ein deutlicher Zuwachs an Allergien und chronischen Krankheiten beobachtet werden. Nicht nur unsere Medizin, sondern auch unsere Ernährungsweise wurde chemisch. Durch Antibiotika in Tiernahrung und Pestiziden auf den Feldern ist unser Grundwasser derart verschmutz und unsere Nahrung derart vergiftet, dass unsere Körper, sowie unser Geist darauf mit Krankheiten und Unverträglichkeiten reagieren.

Doch es gibt Hoffnung. Allmählich erleben Naturheilverfahren wieder einen Aufstieg. Mehr und mehr Menschen besinnen sich wieder auf ihren natürlichen Ursprung und setzten auf die Kraft der Natur. Auch Cannabis erlebt eine Wiedergeburt. Kanada ist das erste Industrieland der Welt, welches 2018 den Anbau und Verkauf von Cannabis, nach jahrzehntelanger Prohibition legalisierte.

Auch in Deutschland wird heiß darüber diskutiert. Wenigstens kann man hier mittlerweile Produkte des Nutzhanfes mit einem THC-Gehalt unter 0,2% legal verkaufen und erwerben.